Bahnrad: Immer schön im Kreis herum!

Bahnrad: Immer schön im Kreis herum!

Man soll ja immer wieder etwas Neues probieren. Dinge, die bisher nie auf der Agenda standen. Das hab ich bisher immer mal wieder in kleinen Häppchen probiert und gestern dann einen größeren Bissen genommen.

Gemeinsam mit meiner Coffee & Chainrings Teamkollegin Maren (Ich hasse laufen!) ging’s für mich heute das erste Mal mit dem Rad auf die Bahn. Um ehrlich zu sein, war das für mich nie ein Thema. Bahnradfahren war für mich und ist es immer noch ein bisschen, eine ziemlich verrückte Angelegenheit. Mal im Ernst! Da fährt man mit einem Rad, das weder Bremsen, noch Leerlauf, noch eine Schaltung hat auf einer Holzbahn im Oval.

Und diese Holzbahn ist nicht etwa flach, wie zum Beispiel die Tartanbahnen, die man aus der Schule und vom Sportplatz kennt, sondern schräg und in den Kurven auch nicht zu knapp. Da muss jemand echt ziemlich gut drauf gewesen sein, als er dieses Selbstmordkommando erfunden hat. Klingt ja auch voll toll. NICHT! Jedenfalls nicht vor den ersten schnellen Runden. No risk noch fun, oder so! 😉

Alt aber gut: die Bahn in Büttgen

Beim Eintritt in die Halle fehlen mir erstmal die Worte. Die Bahn in Büttgen ist schon ein wenig in die Jahre gekommen und das Leistungszentrumsschild, das außen montiert ist, macht zwar was her, kann aber auch nicht über ein wenig Patina im Innern hinweg täuschen. Das war’s aber auch schon mit gemeinen Worten. Denn die Halle hat einen schicken Flair und mit ein wenig Phantasie sieht man die ganzen Profis aus den letzten Jahrzehnten hier ihre Runden drehen.

Als erstes besuchen wir die alteingesessen Radsportlern im Radlager. Schließlich werden hier keine normalen Räder genutzt, sondern Fixies. Also eben Bikes ohne Bremsen, ohne Schaltung … ihr kennt das Spiel. Es wird sich flott umgezogen und noch schnell die passenden Pedale ausgesucht und Maß genommen. Dann geht’s endlich dahin wo die Action stattfindet.

Ein Abenteuer nach dem anderen

Um in die Mitte der Bahn zu gelangen, müssen wir einen Moment abpassen, wo kein Fahrer an uns vorbei saust. Das erste Abenteuer. Es geht ohne Blessuren übers Holz. Geschafft. Aber so ganz seh ich mich noch nicht auf den schrägen Planken fahren.

Die zweite Hürde ist das Lernen. Im Unterschied zum Rennrad muss man hier durchgehend treten solange sich das Rad bewegt. Also kein „rollen lassen“ oder den Leerlauf nutzen, um entspannt die Pedale einzuklicken. Das ist echt gewöhnungsbedürftig. Um langsamer zu werden, muss man dann einfach langsamer treten oder eine Art Rücktritt praktizieren. Auf jeden Fall etwas neues. Aber das wollte ich ja schließlich auch.

Das Fixie und ich. Keine Liebe auf den ersten Blick

Das Fixie und ich. Wir müssen uns noch kennen lernen.

Das geliehene Rad und ich müssen noch warm werden. Die Klickpedale sind recht hart eingestellt. Kein Vergleich zu meinen. Ich brauche mehr Kraft um mich ein und auszuklicken. Gar nicht so einfach. Außerdem ist das Lenkerband verdammt hart. Ich dachte immer das an meinem Giant wäre fies, aber das ist nochmal ne Nummer härter. Ich werde also nie wieder und sei es auch nur leise, über meine Ausstattung meckern. 😉

Um ein Gefühl für das Rad zu bekommen, drehen wir entspannt in der Hallenmitte ein paar Ründchen. Noch ist das Tempo entspannt aber die Jungs, die gerade schräg über uns flitzen, lassen vermuten, dass es gleich schneller werden muss. Und das wird es. Maren zieht los und ist ziemlich schnell ziemlich weit vor mir. So ganz mitzugehen trau ich mich ehrlich gesagt noch nicht. Ich bin auch ein riesen Schisser auf Abfahrten. Aber da hab ich ja immerhin Bremsen.

Schneller, schneller, schneller!

Doch irgendwann fasse ich Mut und nehme mehr Speed auf. Die Geschwindigkeit und der Fahrtwind fühlen sich super an. Ein wenig wie auf der Straße aber doch anders. Zum Glück hab ich meine Tifosi Brille dabei. Die klaren Wechselgläser ohne Tönung helfen dabei die Strecke im Blick zu behalten. Ich bin froh, dass Maren mir den Tipp gegeben hat. Die Brille vermittelt auch so ein kleines Gefühl von Sicherheit. So ein wenig, immerhin. 😀

Flott, flott im Kreis herum. Ja das bin ich. 🙂 Foto: Maren

Doch mit steigender km/h Zahl kommt auch der Spaß. Nach X Runden auf der blauen „Startrampe“ am unteren Bahnrand trau ich mich das erste Mal auf das richtige Holz. Und ich kippe weder um, noch werde ich über den Haufen gefahren oder stürze. Also alle Ängste besiegt.

Und rumms! Ich kann’s ja doch nicht

Aber ich wäre ja nicht ich, wenn es nicht doch noch knallen würde. Ich rolle grinsend an Maren vorbei, rufe „Ich hab Spaß!“. Doch beim Versuch abzusteigen rutsche ich ziemlich dämlich mit dem Schuh auf dem glatten Hallenboden aus und steige, etwas unelegant mit dem Steißbein zuerst ab. Es rumst, mir bleibt die Luft weg und ich bleibe wie ein nasser Sack einfach liegen. Maren kommt, erkennt den Ernst der Lage und macht erstmal ein Foto. 😀

Autsch. Da blieb mir echt kurz die Luft weg und es schmerzt auch jetzt noch. ^^
Autsch. Da blieb mir echt kurz die Luft weg und es schmerzt auch jetzt noch. Bild: Maren

Nicht sehr nett, aber trotz aller Schmerzen doch irgendwie zum Lachen. Nach einer kurzen Verschnaufspause traue ich mich dann auch nochmal aufs Rad und drehe noch ein paar schnelle Runden. Aber leider bekomme ich nicht mehr so richtig Druck auf die Pedale. Das Absteigen funktioniert diesmal ohne Probleme und ich bin irgendwie auch froh, als ich mein geliehenes Rad zurück zum Chef bringe.

Vorbei und ich komme wieder

Der lobt mich dann erstmal (er hat mein Absteigemanöver anscheinend nicht gesehen) und sagt in tiefstem rheinischen Dialekt, dass ich das fürs erste Mal echt „jut jemaat hab“. Ich ziehe mich um und bin mir sicher, dass ich nicht das letzte Mal hier gewesen bin. Doch eine große Liebe wird das zwischen der Bahn und mir wohl nie. Dafür liebe ich meinen Jim (jaaa ich hab ihm einen Namen gegeben – Premiere! :D) mit seinen Bremsen und der Schaltung und der Straße zu sehr. Aber als Alternative für Regentage oder aber auch, um mal ein bisschen Ablenkung vom Straßensport zu bekommen taugt die Bahn für mich auf jeden Fall.

Danke Maren für’s Mitnehmen und ich freue mich aufs nächste Mal.

Als Nächstes steht nun das 24h Rennen Gulbergen in Holland auf dem Plan, bei dem wir Daniel unterstützen. HIER GIBT ES MEHR INFOS!



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