Vegan unterwegs
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Berlin Vegan: Kurztripp-Tipps für Wochenendtouris

Berlin meine große Liebe … OK, vielleicht nicht die größte. Der Platz ist reserviert für die rot-weiße Diva vom Rhein! Aber Berlin rangiert in der Städte rangfolge sehr eng hinter meiner Heimat. Hipster mag man meinen. Sollen das die Meckermenschen doch denken. Ich fühl mich an der Spree einfach wohl. Da ich aber nun mal in Düsseldorf lebe und dies trotz aller Meckereien über diese Stadt auch immer noch gerne tue und auch liebend gerne hier bleiben will, bleiben für Berlin eben nur Urlaubstage. Aber was macht man in dieser Zeit dort am besten? Wo geht man als Veganer_in am besten essen? Ich habe keinen Umfassenden Überblick über alle veganen Möglichkeiten Berlins für euch, aber ich kann euch sagen wo ich mit Sicherheit immer wieder aufschlagen werde.

Noch bevor ihr in Berlin aus dem Zug steigt lohnt sich die Installation der Smartphone App „Berlin Vegan Guide“ (Download: Google Play/ Apple App Store). Dort werden euch, sortiert nach verschiedenen Kategorien, alle veganen Schnabuliermöglichkeiten der Hauptstadt serviert. Absolute Pflicht, wenn man sich in Berlin nicht wirklich gut auskennt und praktischer als sich vorab alles auszudrucken oder immer Google zu bemühen. Nur die Kartenfunktion ist verbesserungswürdig. Ansonsten aber unglaublich hilfreich.
Hungrig angekommen am Hauptbahnhof geht’s am besten erstmal zu „Le Crobag“ höchste Ebene – Höhe Gleis 12/13). Denn dort kann man, anders als in anderen Filialen der Backwarenkette zwei vegane Baguettes erstehen. Mein Tipp: verzichtet auf das mit Tofu! Es sieht zwar lecker aus und schmeckt auch gut. Aber für ein bisschen weniger Geld bekommt ihr ein Vollkornbaguette mit Kräutercreme und Gurke. Minimalistisch und verdammt lecker.

Dann schnell ins Hotel und einchecken, Koffer und Taschen wegpacken und direkt wieder los. Zu den Hotels kann ich euch nicht viel sagen. Aber in jeder Unterkunft mit Frühstück sollte es Brötchen und Standartgemüse (Tomaten, Paprika, Gurken) geben. Hier empfehle ich das Schmuggeln von veganem Aufstrich oder Aufschnitt an den Frühstückstisch. Auch Pflanzenmilch solltet ihr nicht erwarten. In Hotels mit mehr Sternen (bspw. ein NH Hotel)  bekommt ihr oft auch warmes Essen zum Frühstück (z.B. Baked Beans) und zumindest Sojamilch gibt es auf Nachfrage auch ohne Probleme.  Mittags und Abends ist man meist eh unterwegs und somit sind die weiteren Angebote der Küche uninteressant.

Ein großer Vorteil an Berlin ist der günstige Nahverkehr. S- und U-Bahnen, Metrobusse und Bahnen könnt ihr mit einem Tagesticket für nur 6,70 € (Fahrtgebiet A+B) nutzen. Dafür bekommt man in Düsseldorf glaube ich nur eine Viererkarte für den kleinsten Tarifraum. Daher lohnt es sich nicht immer nur in einem Stadtteil zu verweilen sondern immer mal wieder zwischen den Bezirken zu pendeln. So könnt ihr Vormittags durch Kreuzberg schlendern, dort im Rootz Mittagessen und danach ab zum Touriprogramm am Brandenburger Tor düsen, bevor ihr euch Abends im Vaust in Charlottenburg mit Bier und deftigem Essen vom Tag erholt.  Und das beste daran: lange Wartezeiten braucht ihr auch nicht zu fürchten. Länger als 5 Minuten wartet man meist nie an den Haltestellen, von denen es zahlreiche in der ganzen Stadt gibt.

Jetzt möchte ich euch einen kleinen Abriss über die Restaurants und Imbisse geben, die wir bei unserem letzten Besuch in Berlin getestet haben.

Auf jeden Fall immer einen Besuch wert ist Dolores Burritos. Leider auch mit Fleisch im Programm. Die veganen Burritos sind aber als solche Gekennzeichnet (vegan lover – 6,50 €  –  & vegan friend – 4,50 € -) richtig lecker und bezahlbar! Mehr oder weniger direkt an der S-Bahn und dem Alexanderplatz gelegen, ist Dolores auch flott erreichbar.

Dolores VEBU Urkunde

Dolores VEBU Urkunde

Gesund, schnell und komplett vegan ist der Fast Rabbit (-Hier stellt der Inhaber das Bistro vor-). Der kleine Laden liegt direkt am Mauerpark und bei gutem Wetter kann man sich sogar eine Decke leihen um sein Essen auf der grünen Wiese zu genießen. Neben herzhaften Speisen bekommt man dort auch Kuchen und süßes. Mit 7,50 € für eine Mexican Roll + Salat + Getränk seid ihr dabei. Nicht sehr günstig aber lohnenswert. Vor allem da auf Qualität bei den Lebensmitteln geachtet wird. Das Team ist auch verdammt nett und  für einen kleinen Plausch zu haben. Und ganz nebenbei haben sie spontan eine meiner Zeichnungen aufgehangen.

Fast Rabbit - Mexican roll

Fast Rabbit – Mexican roll

Hase Fast Rabbit

Rabbit Revolution im Fast Rabbit – Grüße aus Düssseldorf

Wer auf Burger steht, für den/ die ist das Vego in Prenzlauerberg die erste Adresse in Berlin. Mein Favorit ist klar der „Bacon-Cheese-Burger“ … jaaa Fleischnamen … bla … Der „Bacon“ hat auch mit dem aus dem Lebewesen herausgeschnittenen Fleisch zumindest äußerlich nichts gemein. Der Geschmack ist aber vorzüglich. Für mich der bisher beste Burger den ich je gegessen hab. Auch im Vergleich mit der carnivoren Variante. Dazu bietet die Küche aber auch deutlich mehr.  Pizza, Salate, Gyros und natürlich der gleichnamige Schokoriegel. Ich kann aber leider nicht sagen ob die zusammen gehören. Vielleicht hat ja jemand Ahnung und kann sie in den Kommentaren mitteilen.

Burger im Vego (2)

Burger im Vego (1)

Burger im Vego (1)

Burger im Vego (2)

Verdammt gute Currywurst  gibt es bei Bergmann Curry in Kreuzberg. Dazu noch Pommes aus Süßkartoffeln oder eine Bulette mit Mate. Empfehlenswert, denn was ist ein Besuch in Berlin ohne eine gute Currywurst! In dem typisch urberlinerischen Imbiss   schmeckt’s gleich doppelt gut! Allerdings gibt es dort auch Fleisch.

Currywurst vegan

Currywurst vegan + Süßkartoffelpommes

Sehr gutes Eis, auch auf Sojabasis gibt es u.a. in dem Eissalon Tanne B. Die Filialen sind über Berlin verteilt und bieten ein wechselndes Angebot veganer und vegetarischer Eissorten mit teils außergewöhnlichen Geschmacksrichtungen. Beispielsweise „GurkeBasilikumLimette“. Ungewöhnlich lecker und zu empfehlen. Eine der Filialen liegt mehr oder weniger direkt neben dem Bergmann Curry. Ach ja, eine vegane Waffel gibt es auch.

Eis mit ungewöhnlichem Geschmack

Eis mit ungewöhnlichem Geschmack

Richtig gut vegan zu Abend essen kann man im Braugasthaus Vaust. Oben schon erwähnt, lohnt sich das Restaurant doppelt. Denn zum einen kann man hier in stilvollem und urigen Ambiente mit saisonal wechselnden Gerichten rechnen und zum anderen selbst gebrautes Bier genießen sowie hausgemachten Likör schlürfen. Dazu ist das erfahrene drei Kopf starke Team super freundlich und gibt bei Nachfrage auch gerne mal das ein oder andere Rezept preis. 😉

Berliner Antipasti

Berliner Antipasti

Soja-Rahmgeschnetzeltes

Soja-Rahmgeschnetzeltes

Schokotorte mit Physaliskrone

Schokotorte mit Physaliskrone

Zum einkaufen, shoppen und flanieren bieten sich natürlich die zwei Filialen des Veganz an, die auch Snackbars und Kooperationen mit dem Einzelhandel bieten. So finden sich bei beiden Läden auch die Schuhshops von Avesu und an der Schivelbeiner Straße dazu auch noch den Klamottenladen Dear Goods, die u.a. auch die Klamotten der Armed Angels im Programm haben.

Falls ihr noch Tipps und Ergänzungen habt würde ich mich freuen, wenn ihr diese in den Kommentaren mitteilt.

v.l. meine Wenigkeit, Nicole Just und Nati von GreenHumanVeggie

v.l. meine Wenigkeit, Nicole Just und Nati von GreenHumanVeggie

PS: Worüber ich mich wirklich gefreut habe war ein Treffen mit Nicole Just (Autorin auf ihrem Blog und der Kochbücher La Veganista, Vegan backen, Vegan vom Feinsten), die wir bei den Vorbereitungen zu ihrem Mund|Art|Berlin Dinnerclub in Freddy Lecks sein Waschsalon besuchen durften. Nicole haben wir letztes Jahr bei einer Koch- und Segniersession in Düsseldorf kennen gelernt und ich muss sagen, dass ich selten einen so offenherzigen und lieben Menschen getroffen habe. Wenn ihr also nicht allzu spontan in Berlin seid, versucht einen Platz beim Dinnerclub zu bekommen, um euch von Nicole und ihrer Freundin Felicia verwöhnen zu lassen. Aber beeilt euch, die Plätze sind ziemlich begehrt!

4 Kommentare

  1. Christian sagt

    Wow danke für deine Tipps (v.a. APP!) – werde Ende März mit einigen Freunden in Berlin durchstarten – danke, genau so einen Bericht habe ich gesucht – top! GlG aus Österreich, Christian

  2. Also wenn ich nicht hier gewohnt hätte die letzten Jahre, wäre dies sehr sehr hilfreich und vor allem auch schön geschrieben 🙂 Klasse Bericht !!! Ab nach Berlin ins Veganwonderland ! 😀

    • Oh vielen dank!
      Ich würd so gern wieder nach Berlin. Und sei es nur, um mich ein Wochenende durch die Stadt zu futtern ^^
      Freut mich, dass ich anscheinend auch den Berliner Nerv getroffen hab.

      Vielleicht kann man sich ja mal irgendwann auf n Burger im Vego treffen 🙂

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