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Düsseldorf-Venlo-Düsseldorf: Meine erste Ü100 Tour

Jan Peifer umsturzvegan Rennrad vegan Vegan Sport Blog Sportblog vegan Düsseldorf Venlo NRW

Ein kleiner Bericht zu meiner Tour nach Venlo am vergangenen Freitag. 127 Kilometer Blut, Schweiß und Tränen. Naja nicht ganz. Aber es war trotzdem eine Fahrt, bei der ich zum Schluss echt beißen musste. 😉

Radfahren ist etwas, das mich seit nun weit mehr als 18 Jahren begleitet. Von den Erfolgen Jan Ullrichs und Erik Zabels über mein erstes Rennen auf einem Rennrad bis zu meinem aktuellen Schatzi (dem Giant TCR Advanced 2). Mit dem bin ich dann am Brückentag nach dem Himmelfahrtstag nach Venlo und zurück gereist.

Gestartet ist die Tour um 8:04 Uhr aus Düssseldorf Oberbilk. Eigentlich wollte ich noch früher raus. Der Wecker war auf 6 Uhr gestellt, aber da musste ich der Müdigkeit Tribut zollen. Eingedeckt mit vier Cliffbars, zwei Bananen, einem liter Wasser und einem halben Liter Isodrink. Bei erwarteten 30 °C immer noch zu wenig, aber ich bin ja weder Kamel noch Tankwagen. Zum Glück bietet die Strecke nach Venlo diverse Tankstellen und auch in Venlo soll es Geschäfte geben, die Trinkbares verkaufen.

 

Alte Erinnerungen und eine lange, gerade Straße

Die Strecke bin ich vor einigen Jahren schon öfter gefahren. Jeden Sommer haben wir die Ferien in den Niederlanden auf einem Campingplatz verbraucht. Und mit 14 hat mich mein Stiefvater das erste Mal mit dem Rad mitgenommen. Es war ziemlich anstrengend und trotzdem eine der prägendsten Erinnerungen meiner Jugend. Darum hab ich mich sehr gefreut einen Großteil der Strecke diesmal mit etwas anderen Ambitionen anzugehen.

Der Start verlief trotz Berufsverkehr recht angenehm. Durch die Pendlerkolonnen der Autos hindurch ging es von Düsseldorf nach Neuss. Dann weiter Richtung Kaarst. Von dort führt die Neersener Straße bis nach Schiefbahn. Knappe 15 Kilometer nahezu nur Geradeaus. Auch wenn das im Vergleich zur gesamten Tour keine Strecke ist, zieht sich das schon. Aber es macht auch echt Spaß. Leider wurde ich auf halber Strecke fast von einer unachtsamen Autofahrerin vom Rad geholt, die aus dem Gegenverkehr ohne zu blinken und zu gucken in die Einfahrt einer Tankstelle eingebogen ist. Da ging der Puls kurzzeitig rasant nach oben! Glücklicherweise ging nochmal alles gut. Aber da sieht man, wie schnell sowas gehen kann. Und heute ist im Düsseldorfer Umland ein Rennradfahrer nach der Kollision mit einem LKW gestorben. Da wird einem wieder schmerzhaft bewusst, wie verletzlich wir auf der Straße sind. Passt bitte auf euch und eure Umwelt auf und an euch Autofahrer: achtet bitte auf die Radler um euch herum.

Kurze „Verpflegungspause“ in Schiefbahn

In Schiefbahn hab ich kurz an einem kleinen Radladen gehalten, den ich mir schon im Vorhinein ausgeguckt habe, um mich mit etwas essentiellem zu versorgen. Ich hab mir dort (stellt euch einen Trommelwirbel vor) eine kleine Luftpumpe und einen Schlauch geholt. Beides sollte man zur Sicherheit bei längeren Touren eigentlich immer im Gepäck haben, war bisher aber nicht in meinem Besitz. Und da der Laden günstig lag, hab ich dort ein paar Euro gelassen und mich eingedeckt. Die Pumpe wurde mir auch gleich netterweise am Rahmen montiert und so konnte ich ohne Sperrgut in der Trikottasche wieder auf die Straße.

 

Nach dem Verpflegungsstopp und der Durchfahrt durch Schiefbahn, musste ich Google Maps anschmeißen, um mich nicht nur auf meinen grandios schlechten Orientierungssinn zu verlassen. Schließlich ist die letzte Fahrt nach Holland nun schon weit über 10 Jahre her und damals sind wir noch mit Straßenkarten aus Papier (AUS PAPIER) gelotst worden. 😀
Allerdings kann ich die Radnavi-Funktion von Google Maps mit einem Rennrad absolut nicht empfehlen! Von kleinen Seitenstraßen in Siedlungen, die zum Tempomachen absolut nicht geeignet sind, bis hin zu schottrigen Feldwegen, die Rennrad Slicks aufs Äußerste fordern, war alles dabei. Ich hätte also gut und gerne noch ein wenig schneller in Venlo und wieder zurück sein können. Leider bin ich nicht auf die Idee gekommen mir eine App wie komoot herunter zu laden, die speziell Routen für Radfahrer bereit stellt.

Entspannter Nachbar, Oranje boven

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Ein Selfie vor dem Bahnhof in Venlo.

Naja wie dem auch sei lief die weitere Fahrt nach Venlo ohne Probleme. Kurz vor der Grenze ging’s durch ein kleines Waldstück und auf einmal waren da holländische Straßenschilder und überhaupt lag eine ganz andere Stimmung in der Luft. Eigentlich schade, hatte ich mich doch auf eine „epische Einfahrt“ ins Nachbarland gefreut. Egal! Hauptsache da. In Venlo selbst suchte ich mir einen Platz an der Maas, wo ich mir meine verbliebene Banane als Mittagessen vornahm und die Reaktionen auf meine Instastory und die Fotos vom Morgen begutachtete.

Nach knapp 30 Minuten Pause ging es wieder auf’s Rad und per Slalom durch die Venloer Innenstadt, die mit Shoppingtouristen geflutet war. Kurz noch am Hauptbahnhof zwischengestoppt und ein letztes Mal in ein kostenloses, niederländisches W-Lan eingeloggt. Das gibt es dort an fast jeder Ecke. Wenn ich da an Deutschland denke …

Heiße Rückfahrt mit Tunnelblick

 

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Zähne zusammenbeißen und durchziehen.

Die Strecke der Rückfahrt verlief leicht anders als die Hinfahrt. Bis Schiefbahn habe ich mich wieder von Google Maps in die Irre führen lassen und wurde durch allerlei Seitenstraßen gelotst und auch die Autonavigation mit der Option „Autobahnen meiden“ führte mich straight auf die Autobahn. DömDöm! Auf halber Strecke also c.a. bei Kilometer 90 war noch einmal ein Zwischenstopp nötig. An einer Tankstelle musste ich der Hitze Tribut zollen und mich mit Wasser und etwas zuckrigem Fruchtschorlenmix eindecken. Kurz danach war auch der letzte meiner vier Cliffbars Geschichte. Noch mehr als 30 Kilometer bei 30 °C vor mir und nichts mehr, um die Zuckerspeicher aufzufüllen. Unterwegs hab ich dann auch noch einen kleinen Babyvogel, der Augenscheinlich aus dem Nest gefallen war, aus der sengenden Sonne in den Schatten geholt. Er saß mitten auf dem Asphalt und hat kaum reagiert. Als er auf dem Seitenstreifen saß ist er dann flott ins Gebüsch entschwunden. Hoffen wir mal, dass es ihm gut geht.

Ab Schiefbahn konnte ich das Navi endlich wieder ausstellen und mich auf meine Umgebungskenntnisse verlassen. Die Nersener Straße zog sich gefühlt deutlich mehr, als noch auf dem Hinweg. Und auch das harte Lenkerband, ging mir auf die Nerven. Was war das mit der Tour bloß für eine dumme Idee. Nur mein Stolz verhinderte, dass ich in Krefeld in die S28 stieg und die restlichen Kilometer per Zug zurück legte. Den letzten Abschnitt fuhr ich dann wie in einem Tunnel. Ankunft Zuhause und damit Ende der Tour war 14:30 Uhr. Endlich​ vorbei.

Strava schummelt und will nicht so wie ich

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Dank des Sigma Sports Tachos mit NFC hab ich die korrekten Daten digital.

Leider hat Strava ein paar Kilometer weggeschummelt und auch noch an einigen Stellen den Autostop ignoriert. Daher ist die dort angezeigte Durchschnittsgeschwindigkeit absolut nicht zu gebrauchen. Insgesamt war ich für die Strecke von 127,63 km knappe 05:01 h unterwegs. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag bei 25,36 km/h. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit der Tour. Und ich freu mich auf die nächste Ü100 Strecke. 🙂

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