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Ernährung für Nachhaltigkeit oder: Veganismus statt Fleisch

Mit dem Stichwort Nachhaltigkeit bringt man viel in Verbindung. Einkaufen mit Jute- und Stoffbeuteln statt an der Kasse immer neue Plastiktüten zu kaufen beispielsweise. Das Fahrrad im Alltag nutzen und das Auto mal stehen lassen, oder aber auch Second Hand Kleidung kaufen und bei der Kleidung auf Fairtrade und Bio-Textilien achten, Strom und Wasser sparen. Aber ein Bereich wird oft ausgeklammert, wenn es um ein nachhaltiges Leben geht.

Sketchnote zum Thema Nachhaltigkeit und Veganismus/ Fleischkonsum. re:blog

Sketchnote zum Thema Nachhaltigkeit und Veganismus/ Fleischkonsum. Copyright: Jan Peifer / umsturzvegan

Die Ernährung wird bei vielen Menschen wahrscheinlich nicht auf der Agenda stehen, wenn das Thema Nachhaltigkeit im wahrsten Sinn des Wortes auf den Tischt kommt. Aber gerade die Bereiche Ernährung, Nahrungsmittelerzeugung und -verbrauch bieten jedoch viel Potential, um das eigene Leben in eine nachhaltigere Richtung zu lenken. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die konventionelle Landwirtschaft in Kombination mit Fleischproduktion und Tierhaltung Klimakiller Nummer 1 ist und damit auch schädlicher als Auto fahren und die Luftfahrt .

Ist Essen Privatsache?

Aber wie kann das was man isst einen Einfluss auf die Welt haben in der wir leben? „Ist das was ich esse nicht ganz allein meine Entscheidung, die nur mich etwas angeht?“ – Diese Frage lässt sich, anders als es sich vermuten lässt, sehr einfach und klar beantworten. Nämlich mit „Absolut nicht!“ Denn jedes Nahrungsmittel, egal welches es ist oder wann und wo wir es zu uns nehmen, verbraucht Resscourcen. Wasser, Erde, Dünger, Sauerstoff, etc. Und je stärker verarbeitet das Lebensmittel ist, umso mehr Resscourcen werden letzten Endes verbraucht. Dabei ist der meiste Verbrauch oft gar nicht direkt sichtbar. Von daher ist Essen vieles, nur nicht Privatsache.

Fleisch: keine Nachhaltigkeit sondern Klimakiller

So ist beispielsweise das Fleisch von Tieren eines der unökonomischsten und am wenigsten nachhaltigen Lebensmittel überhaupt. Denn für die Aufzucht von Tieren, beispielsweise Rindern, die in der heute üblichen Weise gehalten werden, um später in Scheiben geschnitten als Fleisch verkauft zu werden, werden unfassbare Flächen der Regenwälder (bspw. Südamerikas) vernichtet. Und das nur, um Platz für die Haltung der Tiere und den Anbau von oftmals genetisch verändertem Soja oder Mais zu schaffen, die dann als Futtermittel in der Zucht genutzt zu werden. Natürlich gibt es in Deutschland vereinzelt auch noch örtlich stark begrenzte Weidehaltung mit frischem Grünfutter. Aber diese macht aufgrund ihrer wirtschaftlich minimalistischen Effizienz nur einen so geringen Anteil aus, dass sie ignoriert werden kann. Auch wenn natürlich jede Person, die man fragt am Ende genau dieses Fleisch gekauft haben will.

rohes rindfleisch / uncooked beef / umsturzvegan re:blog

Fleisch: ein Klimakiller und ethisch absolut nicht vertretbar.

Über die Nutzung von Anbaufläche hinaus, werden vor allem für die Gewinnung von Fleisch im direkten Vergleich zu Gemüse deutlich weniger klimaschädliche Gase und Nebenprodukte produziert. Denn vor allem Kühe pupsen wie verrückt. Über drei Tonnen Methan bläst eine Kuh in einem Jahr in die Luft. Das allein stinkt ja schon genug. Aber auch die Tonnen an Stoffwechselprodukten, im Fachjargon liebevoll Gülle genannt, sind nicht ganz ohne für die Umwelt. Sie soll als Dünger für ertragreiche Böden sorgen, gelangt aber aufgrund der ausgetragenen Menge immer öfter aber bis in tiefe Erdschichten und verseucht so unser Grundwasser mit Nitrat.

Auch vegan ist nicht immer gut fürs Klima

Auch vegane Produkte sind natürlich nicht immer nachhaltig oder freundlich zum Klima. Ganz im Gegenteil. Gerade Fertigprodukte (dabei ist es zwar egal ob vegan oder nicht) sorgen mit ihren Plastikverpackungen, den hohen Verarbeitungsgraden, langen Transportwegen oder fragwürdigen Zutaten wie Palmöl für eine katastrophale Klimabilanz. Darum sollte wenn möglich immer auf regionales und sollte es das Budget hergeben auch biologisch angebautes Gemüse zurück gegriffen werden.

Verglichen mit Fleischprodukten, die letzten Endes ja nicht anderes als Leichenteile von Lebewesen sind, die zu ihren Lebzeiten mit Getreide und anderen pflanzlichen Futterquellen versorgt wurden, und deren Hinterlassenschaften eine nicht zu vernachlässigende Gefahr für nachhaltiges Grundwassermanagement darstellen, sind diese Produkte am Ende auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Fazit

Selbst wenn die ethische Komponente ausgeklammert wird, sind Fleisch und auch Milch und Milchprodukte also eine Katastrophe für die Umwelt. Oder um es direkt zu sagen: eine wirklich nachhaltige Ernährung ist mit tierischen Lebensmitteln schlichtweg nicht machbar.

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