Zurück zum Radsport: Es geht wieder aufs Rad

Zurück zum Radsport: Es geht wieder aufs Rad

Lang, lang ist’s her. Nach vielen Jahren der Abstinenz bin ich bald wieder auf einem Rennrad unterwegs und ich freu mich wie ein kleines Kind auf die ersten Ausfahrten mit meinem neuen Schätzchen. Aber wer wie was, wieso weshalb warum? Ich erzähls euch.

Radsport: Auch ich war mal sportlich

Auch wenn man es mir aktuell und auch dem Blog bis auf wenige Ausnahmen nicht ansieht, war ich bis vor einigen Jahren recht sportlich unterwegs. Karate, Wing Chun und Rennrad fahren, war bis zu meinem 20. Lebensjahr eigentlich wöchentlich mindestens zwei mal drin. Nach etwa 8 Jahren im Kampfsport hat es mich dann nach den Erfolgen von Jan Ullrich und Erik Zabel aufs Rennrad gezogen. Gemeinsam mit einem sehr guten Freund wurde flott die Anmeldung für die Radschläger, einem kleinen Verein in Düsseldorf, ausgefüllt, ein Rad aus dem Vereinsfundus ausgesucht und dann ging es schon auf die ersten Trainingsausfahrten. Es war einfach perfekt. Egal ob entspannte 40 km Trainingsrunde, 260 km Radtouristikfahrten (RTF) oder ein missglückter Start bei Rund um die Kö (nach 10 Runden aus dem Rennen genommen – aber hey immerhin mit dem Sympathiepreis ausgezeichnet worden :D). Ich hatte immer eine wunderbare Zeit auf dem Rad.
Wenn ich auf den alten Festplatten was finde, dann schieß ich auch gerne noch ein paar Fotos aus der Zeit nach. Bilder sagen halt mehr als 1000 Worte.

Doch dann kam das Abi, der Schulabschluss und wie das so ist nach der Schule; alles andere ist auf einmal wichtiger. Mit dem Zivildienst kam die erste Vollzeitbeschäftigung und damit schrumpfte die freie Zeit auf ein Minimum. Die freien Stunden wurden dann entsprechend zum Feiern, zum Essen und zum Zunehmen genutzt. 😉 Das Rad musste an den Verein zurück gegeben werden und die alten Klamotten verschwanden in einer Tasche eingemottet im Keller.

Steigende Leber- und Fettwerte

Mit dem Ende der Schulzeit habe ich ziemlich viel von meiner sportlichen Motivation verloren. Keine Ahnung was da los war. Aber ich glaube einfach, dass mit der ersten eigenen Wohnung Parties und Rauschzustände deutlich verlockender waren, als Trainingskilometer abzuspulen und zum Sport zu fahren. Da aber der Appetit und der Stoffwechsel sich natürlich nicht von heut auf morgen umstellen, nahmen nicht nur meine Leberwerte (ein hoch auf den Jägermeister), sondern auch mein Bauchumfang überdurchschnittlich stark zu. Ich wuchs von 79 auf 111 Kilo und wurde ziemlich träge. Erst im Nachhinein merke ich nun, was ich mir und meinem Körper damit angetan habe.

Sportlich lief es dann im wahrsten Sinn des Wortes auch eher schlecht. Ich hab zwar immer wieder mal versucht mit dem Laufen durch zu starten, denn ein eigenes Rennrad konnte ich mir damals nicht leisten und wollte mir nicht die Blöße geben mit knapp 30 Kilo mehr auf den Rippen meinem ehemaligen Team unter die Augen zu kommen. Von daher hab ich mir naiv ein paar günstige Laufschuhe gekauft und mir erst einmal eine schmerzhafte Knochenhautentzündung an beiden Schienbeinen zugezogen. Ungewohnte Belastung plus eklatant falsches Schuhwerk führt zu ziemlich kaputten Beinen. Daher rate ich euch: lasst euch beim Laufschuhkauf beraten. Danach bin ich zwar immer mal wieder mit den richtigen Schuhen gejoggt, bin sogar die 13 km in der Staffel beim Düsseldorf Marathon 2016 gelaufen und war beim Run 4 Ideas mit Kollegen unterwegs. Aber ich konnte mich nie so wirklich mit dem Laufen anfreunden.

Neue Motivation mit der veganen Ernährung

Naja lange Rede kurzer Sinn: erst mit dem Umstieg auf eine vegane Ernährung kam der Drang wieder abzunehmen. Denn ich fühl(te) mich in meiner Haut nicht mehr wohl, wollte und will wieder abnehmen und mich wieder bewegen. Weg von der Couch und ab auf die Straße. Gelegentliches Joggen ohne Zwang oder Druck war in den letzten Jahren immer mal wieder dabei (s.o.) aber jetzt wechsel ich final die Sportart. Denn in den kommenden Tagen steige ich wieder aufs Rad und knüpfe damit an meine alte Leidenschaft an.

Ich freu mich sehr, dass ich die Möglichkeit habe jetzt endlich mein erstes eigenes Rennrad zu erstehen und wieder auf die Straße zu kommen. Natürlich wird es nicht einfach. Mein Stoffwechsel und mein Kreislauf müssen sich genau wie meine Muskeln erst einmal wieder an Belastung gewöhnen. Ich werde meine Ernährung wieder gesünder gestalten und so versuchen meinem Körper den Umstieg auf die neue Bewegungsoffensive so einfach wie möglich zu gestalten.

Eure Tipps und Tricks zum Radsport (Wiedereinstieg)

Ich werde euch gerne in den kommenden Tagen, Wochen, Monaten über meine ersten Schritte in dieser neuen/alten Welt auf dem Laufenden halten und über meine Erfahrungen und die „Probleme“, die so ein Schwergewicht wie ich, beim Einstieg in die Radsportwelt hat, schreiben.

Im nächsten Teil meiner Radsportwiedereinstiegsreihe (was für ein Wort ^^) zeig ich euch mein Rad und spreche über meine Tools, die ich mir zugelegt haben/ zulegen werden, um gut unterwegs zu sein.

Jetzt interessiert mich aber auch, ob ihr Tipps habt, wie so ein sportlicher Wiedereintritt erfolgreich verlaufen kann. Habt ihr diesen Schritt schon gewagt? Was für Ratschläge habt ihr? Aber auch eure Tipps zu veganer Sportkleidung und zu Gadgets und Must Haves interessiert mich sehr. Schreibt mir doch in die Kommentare was Einsteiger wie ich auf jeden Fall beachten sollten. Ich bin sehr gespannt. 🙂

 



7 thoughts on “Zurück zum Radsport: Es geht wieder aufs Rad”

  • Hi Jan,
    ich habe zwar keinen Radsport Wiedereinstieg hinter mir aber eine ähnliche Geschichte wie du erlebt. Im Jugendalter Leistungssport und dann jahrelang nichts mit ungesundem Lebensstil und einer Gewichtszunahme über 30kg bis ich den Radsport und vegan Ernährung für mich entdeckte.

    Als Tipp kann ich dir geben, dass du Achtsamkeit und Gelassenheit walten lassen solltest. Nichts geht von heute auf morgen aber mit Geduld, Motivation und Fleiß lassen sich alle Ziele erreichen. Deswegen würde ich mir immer wieder aufs neue kleine und große Ziele setzen.

    Als Gadget habe ich es bis heute nicht bereut von Anfang an einen guten Fahrrad Computer (Garmin Edge) zu haben, der alle Entwicklungen aufzeichnet.

    Viel Erfolg
    Daniel

  • Hi Jan,

    Ich kenne das Problem der Trägheit und des Futters, hab momentan auch noch etwas Winterspeck und war vor einigen Wochen hoch motiviert bei schönem Wetter los gelaufen, gleich viel und oft und mit Berg und alten Schuhen – zack, Schienbeinschmerzen.
    Nun habe ich nach 3 Wochen Abstinenz (abgesehen von ein bisschen Rad und Bouldern) heute neue Laufschuhe gekauft, im Laden auf dem Laufband ein paar Minuten und schon wieder zickt das Schienbein…. Wie lange hast Du damals daran laboriert? Irgend welche Tipps?
    Gerade wo es anfing zu laufen beim Laufen… :/
    Nun hoffe ich auf besseres (wärmeres) Wetter, damit ich wenigstens Rennrad oder Crosser wieder aus dem Keller holen kann, momentan ist mir das aber zu kalt.
    Dir weiter viel Spaß mit dem neuen Flitzer!

    LG Steffi

    • Hi Steffi,
      mir hat damals Wärme und Ibuprofen geholfen. Hat aber etwa 4 Wochen gedauert bis ich wieder einigermaßen belasten konnte. Ich empfehle aber zur Sicherheit mal einen Besuch beim Sportarzt oder Orthopäden.
      Ich wünsch dir auf jeden Fall eine schnelle Genesung. 😊

      • Danke, ich werde Diclo schmieren und die neuen Schuhe nochmal ein bisschen weg packen. War ja im Alltag Beschwerdefrei, aber wohl doch noch nicht ganz ausgeheilt.
        Wenn es in 2 Wochen immer noch nicht gut ist geh ich zum Doc. Auf jeden Fall wird der Wiedereinstieg ganz sachte ausfallen.

        Danke für die schnelle Antwort!

        • Ja ein langsamer Einstieg ist echt hilfreicher, als ein zu schneller Start. Das zieht alles nur in die Länge. Pass besser auch bei den anderen Belastungen (Rad, etc.) auf. Aber ich bin kein Arzt 😉 also alles nur persönliche Einschätzung und Erfahrungswerte.

          Was auch helfen könnte: Frag doch einfach Mal in der Apotheke nach. Die müssten auch was empfehlen können.

          • Erstmal steht demnächst eine Woche entspannt Klettern in der Provence an. Davor wird nichts riskiert. Und dann mal gucken und vorsichtig antesten. Bei Beschwerden geht’s zum Arzt.

  • Hallo Jan, schöner Artikel und schön, dass du das Radeln wieder anfängst!
    Ich komme ebenfalls aus Düsseldorf fahre seit 3 Jahren Rennrad und lebe fast solange auch vegan. Also falls du mal Bock auf eine gemeinsame Tour hast, kann man sich dabei über Radgadgets und weiteres austauschen 🙂
    LG, Rebecca

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