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Jüchtlauf 2017 – Mein erster Wettkampf

Jüchtlauf 2017 Motivation vor dem Start umsturzvegan veganblog

Wir haben Montag den 8. Mai 2017. Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus (danke allen, die Europa damals befreit haben) und leider kein Feiertag in Deutschland (sagt das schon was über dieses Land aus?). Naja egal! Weg von der Politik. Ich hätte heute echt einen freien Tag gebrauchen können. Grund ist mein erster Laufwettkampf, den ich gestern absolviert habe. Sollte der Text noch ein wenig wirr wirken, seht es mir nach, ich bin immer noch ziemlich durch vom gestrigen Sonntag. 😀

Der Jüchtlauf 2017 in Düsseldorf Himmelgeist spukt schon seit einigen Jahren in meinem Sichtfeld herum. Sei es die Bekanntschaft zu Kasi, dem Fortuna Brötchen Blogger, der Teil des Orga-Teams ist, oder ein zufälliges mit dem Fahrrad vorbei fahren vor zwei Jahren. Dieses Jahr haben wir uns spontan kurz vor Anmeldeschluss noch für die 10 Kilometer angemeldet und mit Chrizzy und Epkes zwei Freunde dazu überredet es uns gleich zu tun.

Jüchtlauf – Meine katastrophale Vorbereitung

Meine Vorbereitung auf den Lauf war katastrophal, denn sie war quasi nicht vorhanden. Während Nati letzte Woche die längste Strecke der Marathonstaffel in Düsseldorf gelaufen ist und im Training war, bin ich am Freitag das erste Mal seit Monaten wieder gelaufen und katastrophal gescheitert: 5 1/2 km mit einer 7er Pace, dazu Kopfschmerzen, kaum Luft oder Ansatzweise so etwas wie eine Kondition vorhanden. War ich zur Anmeldung noch voll überzeugt, die 10 Kilometer in 1h 10 min zu schaffen, überlegte ich nun mich auf die 5,4 Kilometer umzumelden. Aber zum Glück wurde ich kurzfristig von meiner Freundin, den Freunden, die mitgelaufen sind und dem besten Daniel von Laufen, Liebe, Erdnussbutter noch motiviert. Also aufgeben war nicht.

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Vegane Läufer mit Top Motivation! 🙂 – Foto: Nati (die Dame vorne links)

Mit Muskelkater zwei Mal gestartet

Dementsprechend ging es Sonntag um kurz vor 10 mit dem Rad zum Start in die Jücht. Das war der spaßige Teil. YEAH FAHRRAD! Kurz auf dem kleinen, aber feinen Gelände umgeschaut und im Pfarrhaus(?) die Startnummern abgeholt. Der gesamte Lauf war sehr persönlich und fühlte sich mehr nach Dorffest, als nach Laufevent an. Ein absoluter Kontrast im Vergleich zum Düsseldorf Marathon, der eine Woche vorher die Stadt dominierte. Ich war echt aufgeregt und voller Vorfreude und bis zum Start, der um 11 Uhr stattfinden sollte auch voller Zuversicht.

Dann kam der Startschuss und die ersten 700 Meter fühlten sich so ätzend an, dass ich überlegte doch noch spontan auszusteigen. Schwere Beine, Restmuskelkater und viele Menschen, die schon am Anfang vorbei zogen. Toll, das hatte ich mir anders vorgestellt. Dann nach der ersten Schleife, die schon durch den Zielbereich führte, schallte ein „HALT STOP!! ES GAB EINEN FEHLER. DIE SPITZENGRUPPE IST FALSCH GELAUFEN. DAS RENNEN WIRD NEU GESTARTET, BITTE KOMMT ZURÜCK ZUM START!“ aus den Lautsprechern. Aber was war da los? Es gab ein Problem mit schlecht gebrieften Streckenposten, die die Läufer an einer Stelle, die später im Rennen belaufen werden sollte schon rechts abbiegen ließen, anstatt sie einfach geradeaus weiter zu schicken. Nicht so doll. Mit diesem weiteren Schlag gegen meine Motivation ging es dann zurück zum Start, murrend auf die Falschläufer dem zweiten Start entgegenfiebernd.

Um 11:20 Uhr ging es dann endlich final auf die Strecke und anders als erwartet hatte ich auf einmal Bock. Wo kam das denn bitte her? Ich konnte auf einmal das Tempo halten, ignorierte die schweren Beine und war konzentriert bei der Sache. Die Strecke tat ihr übriges dazu. Direkt kurz nach dem Start ging es in die Jücht. In einer Dreiergruppe mit Nati und Chrizzy, Epkes war schon am Start weg. Vorbei an grasenden Kühen, Weiden und Feldern ging es langgezogen ins Grün. Nach etwa 3-4 Kilometern führte die Strecke über einen Deich. Keine befestigte Straße, unbequem zu laufen und nicht nur ich hab öfter mal geflucht. Etwa einen Kilometer dauerte das „Trailrunning“-Abenteuer, kam mir aber aufgrund des ungemütlichen Untergrunds viel länger vor.

Wasserpause und Endspurt

Nach etwa 6 Kilometern führte die Strecke wieder in bewohntes Gebiet und glücklicherweise straight auf den zweiten Verpflegungspunkt zu. Auch wenn es übertrieben scheint, aber der Becher Wasser und die 5 gegangenen Meter haben mich übelst gepusht. Ich konnte nochmal anziehen und hab mich komplett auf mich konzentriert. Leider hab ich die Mädels auf den letzten 3 Kilometern verloren und war auf einmal allein. Nur versprengte Läufer und kleine Grüppchen neben mir. Durch ein kleines Waldstück (es kann echt angenehm sein auf weichem Waldboden zu laufen) ging es zu einem Feldweg, ja sehr ländlich hier, und dann wieder zum Ziel. Kurz vorher musste aber noch eine Schleife gelaufen werden. Das Ätzendste überhaupt. Wer denkt sich sowas aus? Da sieht man das Ziel schon fast, hört die Ansagen aus den Lautsprechern und die Leute klatschen und muss dann nochmal ne Runde laufen. ARGH! Egal Meckern bringt einen ja nicht näher ans Ziel. Also nochmal Hacken zusammenschlagen und Zähne zusammenbeißen.

jüchtlauf 2017 strava pace übersicht

Eine Übersicht über meine Zeiten. Mehr Infos bekommt ihr in meinem STRAVA-Profil.

Auf den letzten Metern musste ich immer wieder Tempo raus nehmen, um nicht einfach umzukippen. Aber ein Blick auf die Uhr zog nochmal die letzten Körnchen aus den Beinen. Denn anstatt mein Ziel „Einfach nur ankommen“ zu erfüllen, war auf einmal persönliche Bestzeit in Sichtweite. Wie krass ist das denn bitte? Die letzten Meter waren dann entsprechend anstrengend, aber lohnenswert. Die Uhr im Zielbereich zeigte bei meinem Einlauf 58:05 … KRANKE SCHEIßE! 😀

Jüchtlauf 2017 umsturzvegan Afterrun Selfie

Im Ziel stolperte ich dann über Epkes, der schon das erste alkoholfreie Weizen in den Händen hatte. Halb röchelnd bestellte ich mir auch eins und gemeinsam nahmen wir Nati und Chrizzy in Empfang, die nur etwa eine Minute nach mir im Ziel aufschlugen. Ebenfalls Bestzeit. Gemessen an meinem „Ziel“, dem katastrophalen Lauf am Freitag und dem misslungenen ersten Start, ein mehr als grandioser erster Laufwettkampf.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,47 min/KM war ich einfach mal so viel schneller als erwartet und mehr als zufrieden! \o/  Mehr Infos findet ihr HIER auf meinem STRAVA-Profil.

 

Noch mehr Sport – Bekloppter Typ

Im Anschluss des Laufs ging es erstmal nach Hause und dann direkt wieder aufs Rad. Einmal aufs Rennrad und knappe 9 Kilometer zu meinen Eltern, denn ich hatte versprochen dort bei Renovierungsarbeiten zu helfen. Und die Bahn kann ja jeder nehmen. 😉 Geschwindigkeit und Zeit ist hier allerdings, anders als beim Lauf keiner Rede wert. Egal Hauptsache bewegt. Ich hoffe dieser Tag wiederholt sich bald wieder. Zwar habe ich übelsten Muskelkater aber nachdem die gesamte letzte Woche ziemlich kacke war, ich mich beschissen gefühlt habe, hat mich der Sport aus dem Loch gezogen. Da muss ich auf jeden Fall weiter anknüpfen, um den dunklen Wolken nicht zuviel Raum im Kopf zu geben.

umsturzvegan veganblog jüchtlauf 2017 - strava

Auch wenn ich nicht der beste und begeisterte Läufer bin, schließe ich weitere Wettkämpfe und Volksläufe nicht aus. Mein Fokus im sportlichen liegt aber klar auf dem Radsport und meine Verbesserungen dort. Außerdem müssen weiter Kilos purzeln und Kondition aufgebaut werden.

Wie ist das bei euch? Seid ihr schon mal bei Wettkämpfen gestartet? Habt ihr Ambitionen vorne mit zu laufen? Schreibt mir doch, ich bin echt sehr gespannt, wie es bei euch so steht und was euch so motiviert. 🙂

2 Kommentare

  1. Pingback: Lieblingsblogs Folge 67 - Coffee & Chainrings

  2. Karsten Jaschke sagt

    Schöner Blog, ich gehörte leider auch zu denen die falsch abgebogen „wurden“, und auch den Neustart hab ich dann nicht mitbekommen und hab dann halt im Ziel ca. 300 m mehr in den Beinen gehabt..;)

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