Wie war's auf dem Veggie Fest Solingen?

Was macht man an einem diesigen Oktobersamstag? Ausschlafen? Zum Glück möglich, denn das Veggie Fest in der Cobra in Solingen begann erst um 12 Uhr. Also auf von Düsseldorf Bilk nach Solingen und um 12:30 Uhr etwa Ankunft an der Cobra. Und auch gleich die erste große Überraschung, denn der Andrang ist enorm. Eine Menschenschlange bis um die nächste Straßenecke vor dem Eintritt zeigt, dass das Interesse an veganen Produkten, Informationen, Mode, Nahrung doch stetig wächst. Also in die Schlange eingereiht und etwa zehn Minuten gewartet. Drei Euro Eintritt gezahlt und an den wartenden DönerliebhaberInnen vorbei ins Gebäude gedrängelt.

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Im Eingang wurde man direkt von Kochen ohne Knochen, dem Veranstalter empfangen, die auch einen kleinen Bücherflohmarkt (naja leider nur eine kleine Kiste mit gebrauchten Kochbüchern) organisiert haben. Die Idee ist super und mit dem Mehr an Veganer*innen sollte das in Zukunft auch größer werden. Entlang vieler Plakate u.a. mit Informationen zu den Folgen von Milchkonsum für menschliche und nichtmenschliche Tiere ging es dann in die eigentliche Ausstellungshalle. Das Gedränge war schon zu Beginn ziemlich groß und die Stände der Austeller*innen unglaublich voll. Neben einem kurzem Hallo am Stand des düsseldorfer PFAU, ging es entlang verschiedener Stände (bspw. roots of compassion, lush, peta2, vegan rocks, und und und) Richtung Bühne, wo Kirstin Knuffmann (Pure Raw) einen Vortrag zum Thema vegane Rohkost hielt, mit lecker Zutatenproben. Da alle Sitze belegt waren, nahmen wir auf der Treppe zur Bühne Platz, was aber nicht weiter schlimm war, denn die Akkustik war wirklich sehr gut. Anschließend gab es einen kurzen Vortrag des Triathleten Björn Esser, der nicht nur vegan lebt, sondern auch in einem zum Großteil veganen Team die Wettkämpfe bestreitet. Bei dem Vortrag bekam ich als ehemaliger Teamrennradler wieder Lust einzusteigen. Vielleicht wird das ja was im nächsten Frühling.

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Anschließend um 14 Uhr kam mein Highlight. Eine kleine Kochshow mit Björn Moschinski, der knackig gebratenes Gemüse mit Sojaschnitzeln und eine Mousse au Cocolat zubereitete. Die Mousse hat mich nicht wirklich überrascht, da ich sie auch ähnlich zubereite, aber der Tipp mit der Schokoschmelze (überm Wasserbad erst 3/4 der Kouvertüre schmelzen und anschließend das letzte viertel unterrühren, damit die Masse nicht zu heiß ist, wenn sie unter die Sahne gerührt wird) war sehr gut. Die „Putenschnitzel“ von alles-vegetarisch.de werde ich auch sicher bald mal ausprobieren. Am wertvollsten war dann der Hinweis zum richtigen Schneiden einer Paprika (leider zu kompliziert zu beschreiben gerade, aber vielleicht kommt ja mal eine kleine Fotoanleitung – oh ja das wird schnell nachgereicht). Außerdem scheint Björn Moschinski sehr sehr sympathisch zu sein. Das beweist, dass das Vorurteil Veganer*innen seien nur fitnessgeile Hipster, sicher nicht stimmt (Hippies sind sie allerdings auch nicht alle! 😉 ). Ein Buch von ihm steht auf jeden Fall ab sofort auf dem Wunschzettel.  Anschließend ging es vom Hunger geplagt zu Schöner-Stand, an dem die Wartezeit mit Sicherheit so um die 30 Minuten betragen hätte. Leider zuviel. Also weiter in die Kantine, wo zwei vegane Mettbrötchen bestellt wurden. Da die Veranstalter*innen leider absolut nicht mit diesem Ansturm gerechnet hatten, dauerte es etwa 20 Minuten bis die Brötchen dann letzten Endes zubereitet waren. Die Bedienungen waren aber trotz Stress durchweg freundlich und zuvorkommend. Geschmeckt hats außerdem. Als es gegen 15:30 Uhr dann für uns nach Düsseldorf zurück ging fand sich immer noch eine Warteschlange vor dem Eingang.

Letzten Endes, auch wenn es vielleicht nicht immer angenehm war in der ziemlich vollen Halle, zeigt dieser Tag, dass VEGAN kein minimales Nieschenthema mehr ist und dass das Interesse durchaus vorhanden ist. Wenn das nächste Mal eine größere Halle und ein angenehmerer Standort für den Imbisswagen (vielleicht kommen dann auch zwei Imbisswagen) gefunden werden, ist das ein absoluter Pflichttermin für die nächsten Jahre.

UPDATE

Laut den Veranstalter*innen haben um die 1500 Menschen das Solinger Veggie Fest besucht. Einfach nur unglaublich gut!

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