30-Tage-Challenge: 5. Tag

WOW. Also schon der 5. Tag. Konsequent ohne tierische Produkte. Und ich muss sagen es läuft. 2,2 Kilo weniger in nur fünf Tagen und das ohne Leid, Verzicht oder Sport. damit habe ich nicht so wirklich gerechnet. Bis auf eine gewisse Grundmüdigkeit, die sicher einer Erkältung und dem traurig grauen Wetter geschuldet ist, geht es mir großartig. Und gegessen wird hier auch wie beim Kanzler zum Fest. Gestern Abend gab es nach einem 5 km Spaziergang und nur ein wenig Obst Genasche dann Zucchinispaghetti mit Bolognesesoße. Ganz ohne Fleisch und nur mit Tofu und Gemüse. Man merkt absolut KEINEN Unterschied. Großartig.

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Vor allem hat es kaum Kalorien und man kann bedenkenlos öfter zuschlagen. 🙂

Zum Frühstück heute morgen wurde dann der Amaranth-Joghurt-Pop mit Himbeeren ausprobiert. Getoppt mit gerösteten Kokosflocken hat der auch ordentlich satt gemacht. Nicht ganz mein Geschmack aber um einiges gesünder als das übliche Nutellatoast. Und schick sieht es dabei auch noch aus das Essen. Das Auge isst schließlich mit.

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Heute gab es zum Abendessen dann die grandiose „Low Carb-Pizza“. Der Teig ist etwas widerspenstig beim ausrollen, darum haben wir ihn auf ein leicht mit Vollkornmehl bemehltes Backappier gepackt und mit etwas Vollkornmehl bestreut. Anschließend mit Frischaltefolie abgedeckt und darunter ausgerollt. Vielleicht hilft es euch ja bei eurem Versuch. 😉 Das Ergebnis war auf jeden Fall unschlagbar lecker und sättigend. Wie alles eigentlich bisher. Und Käse vermisst man überhaupt nicht, denn der Geschmack ist auch ohne fädenziehenden Mozzarella klasse.

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Und nun zur Motivation:
Ich hatte das Ganze bisher mehrheitlich als ein gesundheitliches Experiment für mich betrachtet, aber das hat sich seit gestern nun radikal geändert. Im Rahmen der Challenge beschäftigt man sich natürlich hauptsächlich mit der Ernährung. Aber spätestens wenn man den Widerstand und die Intoleranz seiner Mitmenschen gegenüber seiner neuen Essgewohnheiten spürt merkt man, dass da noch mehr sein muss. Was genau die anderen so an unserem neuen Weg stört ist die Tatsache, dass wir als Veganer uns Gedanken zu dem machen, was wir und alle anderen bisher ignoriert haben. Nämlich, dass ein Leben ohne tierische Produkte nicht nur möglich sondern in vielen Bereichen besser ist als ein Leben mit Tieren und ihren Erzeugnissen auf dem Speiseplan. Besonders drastisch führt einem dies der Film „earthlings“ vor Augen. Tiere werden im allgemeinen mehr als Ding denn als Lebewesen gesehen. In fünf sehr anschaulichen Kategorien wird gezeigt wie Tiere vom Menschen genutzt werden (als Haustiere/ als Essen/ für Unterhaltung/ für die Wissenschaft/ als Kleidung) und in welchen Zuständen dies geschieht. Für mich als eine Person, die sich seit ihrer Jugend politisch engagiert ist dieser Film eine Art Startschuss, eine moralische Keule. Seit gestern ist mir klar, dass ich möglichst mein Leben lang keine tierischen Produkte, oder Produkte für die Tiere leiden mussten mehr kaufen/ essen/ tragen/ nutzen will. Ich werde wohl meine Daunenjacke vorerst noch behalten und auch auf meinen Kissen weiter schlafen aber ich werde weder Fleisch-, noch Textil- oder Kosmetikindustrie weiter wissentlich unterstützen! Schwieriger noch als vorher wird es dabei allerdings die Toleranz den Menschen gegenüber zu wahren, die diesen Standpunkt nicht verstehen bzw. die meinen sie beträfe das alles nicht. Ich werde mich da zurück halten so gut es geht, denn wie ein altes Sprichwort sagt, sollte jeder Mensch die Erkenntnis selbst finden, damit sie verinnerlicht wird. Ich werde also versuchen zu helfen wo ich kann und mich auf jeden Fall in Zukunft bei Vereinen oder Organisationen engagieren, denen mein Aufklärungsdrang nützt und bei denen ich etwas bewirken kann. Dieser Film gestern war ein Weckruf. Es muss sich was ändern! Der Film lässt sich kostenfrei auf der Homepage earthlings.com anschauen. Allerdings komplett auf englisch. Wer Untertitel braucht findet auf Youtube entsprechende Versionen. Aber Vorsicht! Der Film ist sehr grausam und enthält Szenen, die für manche extrem schwer zu verdauen sein werden. Man muss sich bei diesen Bildern auch vor Augen halten, dass das was gezeigt wird keine Einzelfälle sind, sondern grausamer Alltag.

Gerade für Menschen, die man langsam an die Thematik heran führen will bzw. die langsam einsteigen wollen, eignet sich der Film „Gabel statt Skalpell“ oder im Original „Forks over Knives “ deutlich besser. Er basiert auf den sogenannten China studies, die die Wirkung von tierischen Produkten auf den menschlichen Organismus untersucht haben. Nur soviel dazu: es wird viel mit Akademikern, Ärzten und Betroffenen geredet und viele Statistiken gezeigt. Der Film ist zwar in erster Linie für den amerikanischen Markt produziert, aber er bringt eine grundlegende Erkenntnis ohne mit Schockbildern zu arbeiten. Fleisch, Milch, Eier und andere Erzeugnisse, die aus oder von Tieren gewonnen werden sind eine der häufigsten Ursachen für die Krankheiten bei denen täglich Milliarden Dollar/ Euro/ Yen/ etc. für Medikamente ausgegeben werden, wobei sich der Großteil durch eine vollwertige pflanzliche Ernährung verhindern, mildern oder sogar heilen ließe.

Wie dem auch sei. Ich für meinen Teil habe mich entschieden auch nach den 30 Tagen konsequent zu bleiben und vegan zu leben egal was auch an Widerstand kommen wird!