30-Tage-Challenge: Tag 21

WOW. Schon drei Wochen rum und noch immer kein Verlangen nach Fleisch, Fisch, Milchprodukten oder Eiern. Ganz ehrlich. Da hätte ich im Leben nicht mit gerechnet. Und ich lebe noch, bin weder blass noch sonst wie degeneriert und freue mich meines Lebens. Die Erkältung ist fast auskuriert und es wird von Tag zu Tag besser. Einfach viel trinken, Nase spülen und gesund essen. – Läuft –

2013-01-17 09.18.19

Zum gesunden Essen habe ich letzte Woche einen Teil selbst beigetragen. Ich hab Mandelmus selbst gemacht. Weißes Mandelmus zu produzieren ist dank Backofen und Küchenmaschine kein Problem. Vielleicht gibt es beim nächsten mal ein Anleitungsvideo oder eine Fotostrecke zur Produktion von Nusmusen. Es scheint auf jeden Fall eine Nachfrage da zu sein. Und das Beste daran ist: mensch hat eben mal etwas selbst gemacht Wann kann man das heute noch von sich behaupten?!

Aber jetzt wieder zur Challenge: Es läuft sehr gut. Leider fällt das bloggen zwischen Arbeit, Uni und Freizeit momentan etwas flach. Aber es muss auch nicht mehr so offensiv über die Challenge geschrieben werden finde ich. Die Rezepte findet ihr im Buch, dass ich hier einfach mal dreist empfehlen will. Selbst wenn man keine Lust darauf hat die 30 Tage vegan zu leben sind die Rezepte eine perfekte Ergänzung zum carnivoren Leben und vielleicht ein Einstieg in die vegane Küche. In meinen Augen ist es nicht so wichtig euch allen mitzuteilen was es heute zum Abendessen gab. Zumindest nicht jeden Abend in einem separaten Blogpost. Auf meinem Instagram-Profil gibt es dafür täglich etwas neues zu sehen. Viel wichtiger ist es über die Erfahrungen zu schreiben, die meine Ernährungsumstellung mit sich bringt. Und da gibt es einige. In den letzten Tagen gab es von Höhen und Tiefen alles. Einer meiner besten Freunde will sich gerne mal verköstigen lassen und ist am Buch interessiert. Und auch eine weitere Freundin hat mich nach Infos über das vegane Leben gefragt. Es ist ein klasse Gefühl, wenn man merkt, dass man andere Menschen erreicht. Auf der anderen Seite hat meine Schwester, die Agrarwissenschaften studiert, wohl ein Problem mit meiner Einstellung. Da heißt es auf einmal ich würde missionieren oder dass der Mensch an der Spitze der Nahrungskette stünde. Das will ich sehen, wenn „der Mensch“ wie er ist vor einem Rudel hungriger Löwen steht. Ich frage mich, wie Menschen die genau wissen wie es in der Fleischindustrie zugeht, diesen Wahnsinn noch weiter unterstützen können. Wobei von „alles wissen“ in den meisten Fällen überhaupt keine Rede sein kann. „Der Mensch an der Spitze der Nahrungskette“ – ein Mythos und eigentlich mehr ein Argument seine wahre Größe zu zeigen und keine Tiere unnötig leiden zu lassen, die für jeden Scheiß in Medizin, Kosmetik und Nahrung missbraucht werden. Wir sind eben jetzt auch weit genug gekommen, als dass wir uns nicht um humane Alternativen bemühen könnten.“Der Körper braucht Fleisch!“ – vielleicht braucht ein Mensch ab und zu etwas Fleisch oder Fisch. AB UND ZU und nicht jeden Tag Wurst, Käse, Steak, Schnitzel, Nuggets, Milch-Shakes, … Aber wir leben nicht mehr in Höhlen, fangen unser Essen nicht mehr selbst und sterben dafür an Krankheiten, die es bis vor ein paar Jahren in dieser Form noch gar nicht gab. (– LINK–) Der Fleischkonsum trägt eben zu mehr bei, als nur zu einem 10 Minuten Genuss und einem 2 h Sättigungsgefühl. Ich will keinen Menschen gegen seinen Willen etwas aufzwängen! Wenn man aber bedenkt, dass der Carnismus, also die „Ideologie des Fleischkonsums“ sich uns allen in Form von Werbung, Traditionen und gesellschaftlichen Zwängen audrängt, kann es doch auch nicht zu viel verlangt sein, dass ich will, dass jeder Mensch weiß was hinter den Kulissen dieser gewaltigen Industrie abgeht. Ich zwinge niemandem etwas auf und schon gar nicht offensiv, ohne dass es gewollt ist. Wenn ich gefragt werde, dann gerne. Aber wenn ich bedrängt werde, wie nun von meiner Schwester, gehe ich eben in die Offensive und verteidige meinen Standpunkt. Er mag vielleicht neu sein, ungewohnt und eventuell glauben selbst engste Freunde nicht daran, dass ich das für immer durchziehen werde. Aber ich hab für mich einen neuen Weg gefunden hinter dem ich hundertprozentig stehe. Wenn das bedeutet Stress in der Familie zu bekommen oder sich mit guten Freunden zu verkrachen, dann nehm ich das gerne in kauf, denn ich weiß ich tue das Richtige. Aber selbst mein Onkel, einer der größten Skeptiker in meiner Familie hat gefragt, wann wir mal zusammen vegan kochen. Es gibt also Hoffnung. =)

Und jetzt zu dem, was die letzten Tage auf den Teller kam. Es gab eigentlich alles von Auberginen über Avocados, Bananen und Granatäpfel. Challenger-Müsli, Matcha-Shakes ohne Ende und Quinoa. Ich bin auch ein riesen Fan der Bolognesesoße aus Vegan for fit und den Gemüsenudeln. Unser Spiralschneider hat schon Zucchini, Möhren und Kohlrabi zu leckeren Spaghetti verarbeitet. Wenn ihr also noch am überlegen seid, ob sich die Anschaffung lohnt, kann ich euch sagen: JA sie tut es! Kalorien- und Kohlenhydrat-arme Kost für Abends oder Mittags ist so in Sekundenschnelle zubereitet. Es gab heute Kürbis-Tomaten-Gemüse mit Tofu-Kokos-Sticks. Verdammt lecker und in einer solchen Menge, dass es für zwei Portionen + eine Tupperdose für morgen zum Mittag gereicht hat. Kostengünstig und effektiv.

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Ein Zusammenschnitt der Mahlzeiten der letzten Tage: Ihr sagt „Verzicht„! – Ich sag „Genuss„!

Ganz nebenbei habe ich trotz des ganzen Schlemmens fast 5 Kilo abgenommen. Über 3 cm an Brust und Bauch weg und ich fühl mich gut. Selbst wenn ich nur von Nörglern und Skeptikern umgeben wäre würde ich das durchziehen! Ich habe noch nie in solchen Mengen so gesund gegessen und dabei auch noch abgenommen. Ich glaub die Gerichte sprechen da für sich.

Und falls ihr auch zu den Veganern gehört die mit Anschuldigungen und Vorwürfen zu kämpfen haben, findet ihr HIER einen Diskussionsleitfaden des Vegetarierbundes. Sehr interessant und lesenswert.

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