Meine Green Eating Challenge – Teil 1

3 Jahre vegan und kein bisschen leichter. So ungefähr kann man meinen Zustand beschreiben. Um euch zu zeigen, dass vegan nicht unbedingt gesund ist und man nicht automatisch nen Waschbrettbauch oder super sexy wird, wenn man auf alle tierischen Produkte verzichtet, möchte ich ehrlich mit euch sein und meinen aktuellen ist-Zustand mit euch teilen.

Vegan macht sexy! Vegan macht schlank! Vegan ist super gesund! SCHWACHSINN! Naja fast. Denn das ist genau, wie bei vielen anderen Arten der Ernährung nur der Fall, wenn man wirklich auf das achtet was man isst. Unabhängig davon, dass man das generell machen sollte, ist vegan nicht automatisch die Formel für ein gesundes und ewiges Leben in absoluter Schönheit. Veganes Junkfood ist genauso ungesund und so verdammt lecker, wie omnivores. Und genau wie jenes, sollte man auch die tierleidfreie Version nicht öfter als nötig in sich hinein stopfen, wenn man Wert auf Gesundheit legt. Und bevor jetzt die Sorge aufkommen könnte ich würde zum „Lifestyle Veganer“ (was genau das auch immer ist) verkommen, möchte ich euch versichern: In erster Linie zählt für mich das Leben der Tiere! Vegan sein heißt noch vor dem Essen sich für Tierrechte einzusetzen und die Ausbeutung von Tieren in jeder Form abzulehnen! Und seit ich das weiß liebe ich Seitanburger mit eifreier Mayo oder veganen Döner mit Sojajoghurtsoße (trotz Allergie) und Eis und Mannerwaffeln und und und. Vegan ist so verdammt lecker und Tierausbeutung so absolut unnötig! Aber bevor mir hier der Faden flöten geht, wieder zum Eigentlichen: Green Eating Challenge.

Warum  Green Eating?

Um das zu erklären, ist ein kurzer Exkurs zu mir und meiner körperlichen Entwicklung nötig. Am Anfang nach meinem Umstieg auf das vegane Leben habe ich dank gesunder Ernährung 10 Kilo abgenommen. Das war ein Absturz von 102 auf 92 Kilo. Ich hab mich großartig gefühlt und hab in Klamotten gepasst, die ich vorher nie angezogen hätte. Ich hab mich unabhängig von der Meinung anderer einfach gut gefühlt. Und dann kam das, was vielleicht kommen musste. Streiftouren durch die Supermärkte. Veganer Fleischersatz hier, veganes Eis und Käse dort. Immer was neues zum ausprobieren und zack: 10 Kilo sind erstaunlich schnell wieder auf den Rippen, wenn man nicht aufpasst.

Und mittlerweile bin ich quasi wieder auf meinem vorveganen Gewicht von 2012. Und ich merke, dass es mir fast wieder so mies geht wie vorher. Ich habe zwar meinen ethischen Kompass neu ausgerichtet und das allein könnte schon reichen, super drauf zu sein. Wären da nicht Zipperlein und Beschwerden, die mich seit langem begleiten. Dazu gehören Allergien gegen so ziemlich alles was Pollen dazu nutzt um sich fortzupflanzen, eine gestörte Verdauung und je nach Form wildwuchernde Rosacea. Ich bin ständig erkältet und fühl mich krank. Hosen passen nicht mehr, Hemden und T-Shirts spannen und ich fühle mich echt nicht mehr wohl in meiner Haut, was Auswirkungen auf meine Gefühlswelt und damit auch auf meine Arbeit, meine Hobbies (ist da noch mehr außer Amazon Prime und gammeln?) und natürlich auch auf meine Beziehung und meine Freundschaften auswirkt. Und ganz ehrlich: DAS KOTZT MICH AN! Aber es ist wie es meistens ist und mein innerer Schweinehund liebt die Gewohnheit und Stress auf der Arbeit sorgt dann dafür, dass man meint es gibt wichtigeres, als das eigene Wohlbefinden, was dazu führt, dass man sich selbst nicht mehr wertschätzt und sich noch mehr in sich zurück zieht. Ein Teufelskreis. Denn Fakt ist: ohne dass ihr euch bei euch selbst wohlfühlt, kann auch nichts anderes gelingen. Klingt abgefahren, ist aber einfach nur eine Wahrheit, die jeder Mensch sich jeden Morgen vor Augen führen sollte. Ohne sich selbst zu lieben, ist Liebe anderen Menschen oder einer Tätigkeit gegenüber nicht ehrlich möglich.

Aber ich drifte schon wieder ab. Fazit aus drei veganen Jahren ist: ich habe eine unendliche Liebe gegenüber nahezu allen Geschöpfen in mir entdeckt, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte. Ich habe aber auch gemerkt, dass meine Nahrung, obwohl ohne tierische Produkte, alles andere als abwechslungsreich und gesund ist und dass mir das neben der Gesundheit auch enorm auf die Psyche schlägt.

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Danke Anja

Und genau jetzt wurde ich nach dem Veganski Dinner bei Anja, dem Vegan Foodnerd, von der Gastgeberin herausgefordert mich für 21 Tage gesünder zu ernähren. Man kann sagen, dass da die Herausforderung zur Green Eating Challenge gerade zum richtigen Zeitpunkt kam. Wie es dazu kam ist auch schnell erklärt. Anja hatte mitbekommen, dass ich über Allergien klagte. Pollen, aber auch Nahrungsmittel wie Soja und Apfel machen mir das Leben echt nicht gerade einfach. Und da ich ebenfalls erwähnte, dass ich quasi zu jeder Mahlzeit Brot oder Brötchen konsumiere, konnte sie als Ernährungsberaterin (green-eating.de) nicht anders, als mich herauszufordern.

Worin meine Challenge genau besteht, welche Regeln Anja mir auferlegt und wieso ich mich wirklich auf den nächsten Monat freue, erzähl ich euch in Teil 2 meiner „Green Eating Challenge“, den ich am Freitag hier veröffentliche. 

Und jetzt interessiert mich eure Meinung:
Was haltet ihr von Green Eating? Habt ihr Erfahrungen und seid ihr selbst diesem Lebensstil verfallen oder schwört ihr auf eure Süßigkeiten und interessiert euch nicht dafür wie verarbeitet eure Lebensmittel sind? Habt ihr vielleicht sogar positive körperliche Veränderungen bemerkt? Schreibts mir doch in die Kommentare. Ich freu mich auf eure Berichte 🙂