Tagebuch: warum nicht wie früher?

An manchen Tagen setze ich mir die Kopfhörer auf und es macht klick. Elektromagnetische Wellen bringen meine Endorphine zum tanzen. Kennt ihr das? Musik hat eine unglaubliche Wirkung auf unseren Gemütszustand und kann Stimmungen verstärken oder dazu führen, dass wir uns besser oder schlechter fühlen als vor dem Klick auf die „Play-Taste“.

Warum ich hier über Musik schreibe und nicht über essen oder Tierrechte hat einen ziemlichen banalen Grund. Eine meiner Lieblingsbands, die ich als kleiner 16 jähriger Halbstarker abgefeiert hab, hat sich nach einigen Jahren der Trennung wieder für ein Album getroffen das mich ziemlich inspiriert. Ich geh auf die 30 zu und auf einmal ballert mir ein Album von Wizo durch die Gehörgänge, dass sich anhört wie vor 10 Jahren und dennoch absolut passend zu sein scheint. Klar ich bin älter geworden, hab die Schule geschafft, das Studium beendet und bin auf der Suche nach dem was da noch kommen soll. Da kommt natürlich ne Band gut, die an meine Jugend erinnert. Das mag sicherlich auch in meine Euphorie zu diesem Album mit hinein spielen. Es hat allerdings nur bedingt etwas damit zu tun, warum ich “ Punk gibts nicht umsonst“ so feier. Der eigentliche Grund ist ganz einfach dass manche Texte, so berechnend und simpel sie vielleicht gestrickt sind, in mir die Lust wecken aktiv zu werden und meine Energie nicht nur in quatschen und träumen zu investieren und jenseits des Mainstreams etwas aufzubauen, das Menschen bewegen und inspirieren kann! Und diese Lieder spiegeln immer noch einen Großteil, auch meiner aktuellen, Sichtweise wider. Es passt also.

Dieses Album zeigt mir, dass ich mich seit zehn Jahren stetig weiter entwickelt und dennoch meinen Bezug zu meinen grundlegenden Idealen nie verloren hab. Mit 16 hätte ich mein jetziges Ich zwar vielleicht als Hippie beschimpft und mir den Vogel gezeigt, denn ich trinke im Gegensatz zu damals kaum noch Alkohol, esse kein Fleisch mehr, trinke keine Kuhmilch und bin viel nachdenklicher geworden. Dazu habe Ich leider einige sehr gute Freunde auf dem Weg verloren und gehe nicht mehr jede Woche in die Stadt zum feiern. Alter was bin ich spießig 😀
Aber ich bin auf dem Weg das zu tun, was ich mit 16 wollte und immer noch will: etwas dazu beitragen, dass Arschlochsein nicht zur Normalität wird. Wie wir früher so schön sagten:
Die die am asozialsten aussehen sind meist die nettesten!

Also warum nicht einfach mal wieder 16 sein im Kopf und mit dem Wissen von heute einfach mal richtig aktiv werden. Hat man denn seine ganzen Ideale und Vorstellungen von damals schon beerdigt? Venceremos 😉